Entspannung und das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem ist aufgegliedert in

  • das sympathische Nervensystem (den sogenannten Sympathikus),
  • das parasympathische Nervensystem (den sogenannten Parasympathikus) sowie
  • das entirische Nervensystem, das als Nervensystem des Magen-Darm-Trakts zwar ein selbstständiges System darstellt, jedoch durch das sympathische sowie das parasympathische Nervensystem beeinflusst wird. Manch einer kennt bspw. einen flauen Magen, wenn man aufgeregt ist…

Der Sympathikus bewirkt eine Leistungssteigerung unseres Organismus und bereitet uns auf das vor, was in der Steinzeit unabdingbar war für unser Leben: Angriff oder Flucht. Heute geht es meist „lediglich“ um außergewöhnliche Anstrengungen, körperliche sowie geistige Anspannung, sprich Stress. Unter anderem werden unsere Herzfrequenz und unser Blutdruck erhöht, wir schwitzen vermehrt und uns bleibt sprichwörtlich die Spucke weg.

Der Parasympathikus hingegen hat eine beruhigende und erholsame Wirkung auf Körper und Geist, er dient dem Aufbau unserer körpereigenen Reserven, aktiviert unseren Stoffwechsel und wirkt entlastend auf unser Herz.

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Unter meinem Beitrag Was ist eigentlich Entspannung? könnt ihr dazu unter anderem folgendes nachlesen:

Wenn wir im Parasympathikus sind, verringern sich unter anderem unser Muskeltonus, unsere Reflextätigkeit, unsere Herzfrequenz sowie unser Sauerstoffverbrauch. Wir empfinden in diesem Entspannungszustand Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden. Gleichzeitig werden unsere Konzentration und unsere Wahrnehmung gefördert.

Das Ziel sollte es sein, mindestens alle 90 Minuten für mindestens 30 Sekunden zu entspannen, sprich in den Parasympathikus zu wechseln.

In meinem 28-Tage-Selbstexperiment, teste ich eben diese 90-Minuten-Regel, um regelmäßig vom Sympathikus in den Parasympathikus zu wechseln.

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Entspannend ist nicht gleich Entspannung

Es gibt einen biologischen Rhythmus, der bei allen Menschen sehr ähnlich ist. Das bedeutet, dass wir etwa alle 90 Minuten eine Ruhepause brauchen. Das machen wir mehr oder weniger automatisch. Wir gehen auf die Toilette, schauen aus dem Fenster oder gehen kurz zum Kühlschrank.

Oft aber haben sich dafür in unserem Unterbewusstsein „schlechte“ Gewohnheiten manifestiert: Wir rauchen eine Zigarette, wir belohnen uns mit Keksen oder Chips, wir trinken abends ein Glas Rotwein oder ein Bier.

All dies sind vergebliche Versuche, Entspannung zu finden. Leider haben die meisten Gewohnheiten keine entspannende Wirkung, im Gegenteil, sie versetzen uns oft noch mehr in Stress. Bei einer Zigarette bspw. atmen wir zwar erst einmal wieder tief ein und aus, was uns entspannen würde, wären da nicht die ganzen Giftstoffe, die den Körper wieder aufputschen…

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Wir sollten also nicht alle 90 Minuten eine Zigarette rauchen oder einen Keks essen, sondern innehalten und entspannen. Diese Entspannungspausen zwischendurch – wenn auch nur 30 Sekunden – brauchen Körper und Geist um wieder Kraft zu sammeln und wir sollten uns diese Entspannung bewusst gönnen.

Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass man mit einer gewisse Konsequenz neue Gewohnheiten im Unterbewusstsein manifestieren kann, wie ich es hier bereits erklärt habe, ist ein Ziel meines Selbstexperiments natürlich auch, die eine oder andere schlechte Angewohnheit für immer aus meinem Unterbewusstsein zu verbannen oder unbewusst gegen eine Entspannungstechnik auszutauschen.

Was ist eigentlich Entspannung?

Entspannung zielt darauf ab, körperliche und vor allem geistige Anspannung zu reduzieren.

Um dies zu erreichen, gibt es verschiedene Entspannungstechniken, die unserem Wohlbefinden, sprich der Kräftigung und dem Schutz unseres Geistes und somit auch unseres Körpers dienen.

Entspannungstechniken zeichnen sich beispielsweise dadurch aus, dass

  • wir nicht denken, d.h. die Lücke zwischen unseren Gedanken vergrößern,
  • in unsere Sinne hineinspüren, sprich aufmerksam und bewusst schmecken, riechen, hören, tasten oder fühlen oder
  • uns bestimmte Dinge vorstellen und somit unseren Geist auf eine Reise an einen wunderschönen Ort schicken. Wichtig dabei ist, dass wir nicht bewerten, was wir uns vorstellen.

Das Ziel der Entspannungstechniken ist es, den sogenannten Parasympathikus, den Ruhenerv unseres vegetativen Nervensystems zu aktvieren.

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Wenn wir im Parasympathikus sind, verringern sich unter anderem unser Muskeltonus, unsere Reflextätigkeit, unsere Herzfrequenz sowie unser Sauerstoffverbrauch. Wir empfinden in diesem Entspannungszustand Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden. Gleichzeitig werden unsere Konzentration und unsere Wahrnehmung gefördert.

Das Ziel sollte es sein, mindestens alle 90 Minuten für mindestens 30 Sekunden zu entspannen, sprich in den Parasympathikus zu wechseln.

Wiederholen wir Entspannungstechniken regelmäßig, können wir uns selbst darauf konditionieren uns zu entspannen, sprich umso häufiger wir „geübt“ haben, umso leichter fällt es uns auch in Stresssituationen zu entspannen und beruhigend auf uns selbst zu wirken.

Ein Großteil unseres Verhaltens nämlich wird unbewusst durch unsere Gewohnheiten gesteuert. Grundsätzlich geht man davon aus, dass das Unterbewusstsein Dinge dann für immer verinnerlicht, wenn man diese 21, besser aber noch 28 Tage hintereinander wiederholt. Wichtig ist, dass es 21 bzw. 28 aufeinanderfolgende Tage sein müssen. Solltet ihr auch nur einen Tag unterbrechen, ist es leider notwendig, wieder von vorne anzufangen.

Soweit die Theorie…

Ob und wie stabil man die 90-Minuten-Regel im Unterbewusstsein manifestieren kann, wenn man sie 28 Tage am Stück konsequent anwendet, teste ich in meinem Selbstexperiment.